Tanz- und Musikperformance
Violine: Hannah Weirich
Akkordeon: Eva Zöllner
Tanz: Neus Barcons Roca, Britta Lieberknecht
Lichtimprovisation: Garlef Keßler
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Mit der Serie „Leise schäumt das Jetzt“ erkundet Britta Lieberknecht in verschiedenen Formationen Improvisation als Performance.
Die Begegnung von Tanz und Musik wird mit immer neuen Facetten zu einem poetischen Werk gestaltet – als 100%ige Improvisation vor den Augen und Ohren des Publikums.
„Leise schäumt das Jetzt #2“ vereint die Musikerinnen Hannah Weirich, bekannt als Violinistin innovativer Kompositionen der Neuen Musik im Ensemble Musikfabrik, mit Eva Zöllner, weltweit agierender Akkordeonistin, die ihr Instrument mit einem außergewöhnlich reichen Klangspektrum spielt. Sie begegnen den beidenTänzerinnen Neues Barcons Roca und Britta Lieberknecht. Erstere ist in Köln bekannt als herausragende Solistin und Ensemblemitglied bei Britta Lieberknecht und Mouvoir. Britta Lieberknecht, experimentierfreudig mit ihrer langen Geschichte in der Avantgarde der Tanzperformance, widmet sich mit diesem Team erneut der Synergie von Klang und Bewegung. Eine Begegnung mit überschäumender Konfrontation bis zu leise schäumender zarter Intimität. Garlef Keßler taucht die Interaktionen in farbig schimmernde Räume – ebenfalls improvisatorisch.
Hannah Weirich studierte Violine bei Prof. Agostini, an der HfM Stuttgart und in Meisterkursen bei u.v.a. Gulli, Neamann, Ozim und Zsigmondy. Als Solistin konzertierte sie u.a. mit den Nürnberger Symphonikern, der Staatsphilharmonie Krakau und dem Philharmonischen Orchester Hagen. Sie arbeitet u.a. mit dem Ensemble Resonanz, ascolta, ensemble plus, Neue Vocalsolisten Stuttgart, Contemporaneartensemble (Florenz) und der Jazzformation Shreefpunk. Seit 2005 ist sie Mitglied des Ensemble Musikfabrik.
Eva Zöllner studierte Akkordeon an der HfMT Köln und am Königlich Dänischen Konservatorium in Kopenhagen. Sie arbeitet mit Komponist:innen auf der ganzen Welt zusammen. Ihre Arbeit reicht von experimentellen Solo-Performances und interdisziplinären Projekten (u.a. mit solistisch mit Marina Abramovic) bis zur Zusammenarbeit mit namhaften Ensembles u.v.a. musikFabrik, HR-Sinfonieorchester, Ensemble Modern, NDR-Elbphilharmonieorchester, Royal Opera House Covent Garden.
Neus Barcons Roca wurde am EESA/CPD des Theaterinstituts Barcelona und SEAD Salzburg im zeitgenössischen Tanz ausgebildet. Sie choreografiert und unterrichtet gemeinsam mit Matevz Dobaj ausgehend von Brüssel. In Köln tanzte sie als Ensemblemitglied und Solistin bei Britta Lieberknecht und Mouvoir /Stephanie Thiersch.
Britta Lieberknecht schafft seit 1979 grenzüberschreitende Performances. Nach ihrer Ausbildung in NYC bei div. Koryphäen des postmodernen Tanzes und an der Merce Cunningham School war sie Ensemblemitglied bei PLAN K (Fréderic Flamand) in Brüssel. Seit 1992 produziert sie ihre Arbeit in Köln und ist spezialisiert auf die Interaktion von Tanz und Musik. Improvisierend entwickelt sie sich als Tänzerin einer älteren Generation weiter.
Sa 13. Dezember 2025, 20:00 Uhr PREMIERE
So 14. Dezember 2025, 18:00 Uhr
Alte Feuerwache Köln / Halle
Melchiorstr. 3
50670 Köln
Presse
Kölner Stadtanzeiger Rhein-Berg
(Christoph Konkulewski)
„… denn hier improvisierten zwei ausdrucksstarke Tänzerinnen und begegneten zwei Musikerinnen, die ebenso viel zu „sagen“ hatten. Musik und Tanz trafen sich auf Augenhöhe…Alle vier sind exzellent ausgebildet und anerkannte Größen in ihrem Fach. Sie beschäftigen sich mit zeitgenössischer Kunst und schaffen es, dass die Zuschauer und Zuhörer nahezulos atemlos im Geschehen gefangen sind.“
Leise schäumt das Jetzt
Bei der ersten Veranstaltung des Kultursommers treffen sich Musik und Tanz auf Augenhöhe
(Auszug aus der Besprechung der Eröffnungsveranstaltung)
Der Kultursommer Bergisch Gladbach begann mit einem spektakulären Spannungsbogen. Vier Künstlerinnen- zwei Tänzerinnen, die auch ihre Stimmen einsetzten, und zwei hochvirtuose Instrumentalistinnen – boten dem Publikum im Tanzstudio von Britta Lieberknecht einen einstündigen Einblick in ihre Werkstatt. „Jetzt stehen wir für eine halbe Stunde zur Verfügung, dann arbeiten wir weiter“, sagte Lieberknecht nach dem langen Schlussapplaus und unterstrich damit die Ankündigung, das Publikum am Entstehungsprozess des Weks teilhaben zu lassen…denn hier improvisierten zwei ausdrucksstarke Tänzerinnen und begegneten zwei Musikerinnen, die ebenso viel zu „sagen“ hatten. Musik und Tanz trafen sich auf Augenhöhe. Akkordeon und Geige begannen, während die Tänzerinnen noch auf einfachen Holzstühlen im Kreis mit dem gespannten Publikum saßen.
Aus den freien Fetzen einzelner Töne, kleinen Motiven, mit den Fingern geklpofte Rhythmen und kurzes Stampfen mit den Füßen entwickelte sich kurz ein Rhythmus, der an einen Tango erinnerte. Nicht, wie man vermuten könnte, vom Akkordeon vorgestellt, sondern von der Geige, die gekratzt und getupft wurde, als ob sie ein kleines Schlagwerk wäre. Die Episode verging, die Musikerinnen saßen auf Stühlen, erhoben sich zwischendurch, gingen ein Stück und korrespondierten so nicht nur über die Klänge.
Dann traten die beiden Tänzerinnen hinzu. Sie bewegten sich zunächst miteinander, bezogen dann die Instrumentalistinnen mit ein und begannen zu singen. Mit langen Tönen bauten sie Spannungsbögen, die jäh von kurzen, vitalen Bewegungen unterbrochen wurden. Das Publikum konnte die Korrespondenz auch ohne Worte verstehen – es ging um Kampf, Streit, Versöhnung, Spannung, Freude. Irgendwann schloss das Ganze. Ein Kunstwerk, das es genau einmal gegeben hat und das nun vergangen ist.
Ganze Kritik
Leise schäumt das Jetzt
Bei der ersten Veranstaltung des Kultursommers treffen sich Musik und Tanz auf Augenhöhe
(Auszug aus der Besprechung der Eröffnungsveranstaltung)
Der Kultursommer Bergisch Gladbach begann mit einem spektakulären Spannungsbogen. Vier Künstlerinnen- zwei Tänzerinnen, die auch ihre Stimmen einsetzten, und zwei hochvirtuose Instrumentalistinnen – boten dem Publikum im Tanzstudio von Britta Lieberknecht einen einstündigen Einblick in ihre Werkstatt. „Jetzt stehen wir für eine halbe Stunde zur Verfügung, dann arbeiten wir weiter“, sagte Lieberknecht nach dem langen Schlussapplaus und unterstrich damit die Ankündigung, das Publikum am Entstehungsprozess des Weks teilhaben zu lassen…denn hier improvisierten zwei ausdrucksstarke Tänzerinnen und begegneten zwei Musikerinnen, die ebenso viel zu „sagen“ hatten. Musik und Tanz trafen sich auf Augenhöhe. Akkordeon und Geige begannen, während die Tänzerinnen noch auf einfachen Holzstühlen im Kreis mit dem gespannten Publikum saßen.
Aus den freien Fetzen einzelner Töne, kleinen Motiven, mit den Fingern geklpofte Rhythmen und kurzes Stampfen mit den Füßen entwickelte sich kurz ein Rhythmus, der an einen Tango erinnerte. Nicht, wie man vermuten könnte, vom Akkordeon vorgestellt, sondern von der Geige, die gekratzt und getupft wurde, als ob sie ein kleines Schlagwerk wäre. Die Episode verging, die Musikerinnen saßen auf Stühlen, erhoben sich zwischendurch, gingen ein Stück und korrespondierten so nicht nur über die Klänge.
Dann traten die beiden Tänzerinnen hinzu. Sie bewegten sich zunächst miteinander, bezogen dann die Instrumentalistinnen mit ein und begannen zu singen. Mit langen Tönen bauten sie Spannungsbögen, die jäh von kurzen, vitalen Bewegungen unterbrochen wurden. Das Publikum konnte die Korrespondenz auch ohne Worte verstehen – es ging um Kampf, Streit, Versöhnung, Spannung, Freude. Irgendwann schloss das Ganze. Ein Kunstwerk, das es genau einmal gegeben hat und das nun vergangen ist.
Kölnische Rundschau
(Thomas Linden)
„Mutig entwickeltes Experiment“
Mutig entwickelktes Experiment
In ihrer Tanzperformance „Leise schäumt das Jetzt“ lässt sich Britta Lieberknecht auf ein riskantes Spiel mit der Improvisation ein.
Von Thomas Linden
Ist es möglich, auf der Bühne nur Tanzbewegungen zu vollziehen, die allein dem Moment verpflichtet sind? Tanz, der spontan, authentisch und aufrichtig ist und dabei noch eine spielerische Komponente besitzt? Das klingt nach einem anspruchsvollen Konzept.
Britta Lieberknecht hat in ihren Produktionen schon immer die formalen Grenzen des Tanzes zu erkunden versucht. So fand sie nun mit „Leise schäumt das Jetzt“ zu einer Konstellation von Tanz und Musik, bei der alle Beteiligten körperlich aufeinander reagieren.
Einen Ansatz, den sie jetzt im zweiten Teil mit den Musikerinnen Hannah Weirich (Violine) und Eva Zöllner (Akkordeon) im Dialog mit sich als Tanzender und der Kollegin Neus Barcons Roca in der Tanzhalle der Alten Feuerwache aufnimmt.
Das atmende Akkordeon und der über die Saiten schleifende Geigenbogen erzeugen noch Geräusche auf dem Weg zum Klang. So tastend wie die Musikerinnen experimentieren dann auch die Tänzerinnen mit Bewegungsfolgen. Die Kommunikation zwischen den Frauen entwickelt sich immer intensiver. Dazu gehört auch, dass man sich mal zähnefletschend anschreit oder die Violine protestierende Kratzgeräusche von sich gibt. Im Duo und Quartett begegnen sich die Frauen.
Alles soll dem Moment geschuldet sein. In der Frische liegt der Reiz der Performance. Gelungen wirkt sie in jenen Augenblicken, in denen etwas Neues und Unerwartetes ge-schieht. Dort, wo sie in das Repertoire der Geste verfällt, sich etwa begütigende Umarmungen oder erzählerische Ansätze ergeben, verliert sie ihre Überzeugungskraft.
Es ist ein riskantes Spiel mit der Improvisation, enorm anspruchsvoll, will sie nicht mit bekannten Bewegungsmustern in der Beliebigkeit stranden. Manche Konvention schleicht sich in die Performance ein. Doch gelingt viel Inspirierendes in diesem von Britta Lieberknecht mutig entwickelten Experiment.
Ganze Kritik
Mutig entwickeltes Experiment
In ihrer Tanzperformance „Leise schäumt das Jetzt“ lässt sich Britta Lieberknecht auf ein riskantes Spiel mit der Improvisation ein.
Von Thomas Linden
Ist es möglich, auf der Bühne nur Tanzbewegungen zu vollziehen, die allein dem Moment verpflichtet sind? Tanz, der spontan, authentisch und aufrichtig ist und dabei noch eine spielerische Komponente besitzt? Das klingt nach einem anspruchsvollen Konzept.
Britta Lieberknecht hat in ihren Produktionen schon immer die formalen Grenzen des Tanzes zu erkunden versucht. So fand sie nun mit „Leise schäumt das Jetzt“ zu einer Konstellation von Tanz und Musik, bei der alle Beteiligten körperlich aufeinander reagieren.
Einen Ansatz, den sie jetzt im zweiten Teil mit den Musikerinnen Hannah Weirich (Violine) und Eva Zöllner (Akkordeon) im Dialog mit sich als Tanzender und der Kollegin Neus Barcons Roca in der Tanzhalle der Alten Feuerwache aufnimmt.
Das atmende Akkordeon und der über die Saiten schleifende Geigenbogen erzeugen noch Geräusche auf dem Weg zum Klang. So tastend wie die Musikerinnen experimentieren dann auch die Tänzerinnen mit Bewegungsfolgen. Die Kommunikation zwischen den Frauen entwickelt sich immer intensiver. Dazu gehört auch, dass man sich mal zähnefletschend anschreit oder die Violine protestierende Kratzgeräusche von sich gibt. Im Duo und Quartett begegnen sich die Frauen.
Alles soll dem Moment geschuldet sein. In der Frische liegt der Reiz der Performance. Gelungen wirkt sie in jenen Augenblicken, in denen etwas Neues und Unerwartetes ge-schieht. Dort, wo sie in das Repertoire der Geste verfällt, sich etwa begütigende Umarmungen oder erzählerische Ansätze ergeben, verliert sie ihre Überzeugungskraft.
Es ist ein riskantes Spiel mit der Improvisation, enorm anspruchsvoll, will sie nicht mit bekannten Bewegungsmustern in der Beliebigkeit stranden. Manche Konvention schleicht sich in die Performance ein. Doch gelingt viel Inspirierendes in diesem von Britta Lieberknecht mutig entwickelten Experiment.












