Tanz- und Musikperformance
Begegnung von Publikum und Performerinnen in ungewohnter Nähe und Distanz. Eine Einladung gleichermaßen zur Interaktion wie zur Wahrung der persönlichen Grenzen.
Dauer ca. 20 Min.
Beitrag des Ausstellungsprojekts Kreise öffnen 7.10./ 11.10.2025 Kreishaus Bergisch Gladbach
Weitere ausstellende Künstler:innen: Claudia Betzin, Jutta Dunkel, David Grasekamp, Helga Mols, Veronika Moos, Margret Schopka, Ulrike Oeter, Michael Wittassek
Die Kreation wurde ermöglicht durch die Einladung des Rheinisch-Bergischen Kreises.
Anlass war der 50-jährige Jahrestag der kommunalen Neustrukturierung Nordrhein-Westfalens.
Die Performances wurden zur Wahrung der Privatsphäre des Publikums nicht fotografiert/ gefilmt.
Das Verschieben der unsichtbaren administrativen Grenzen 1975 wirkt sich bis heute auf die Kommunikation der im Rheinisch-Bergischen Kreis lebenden Menschen miteinander aus.
Dies inspiriert Britta Lieberknecht die gewohnte räumliche Situation einer Performance neu zu ordnen.
Ihr Projekt erkundet die Wirkung einer räumlichen Grenzverschiebung zwischen Performerinnen und Publikum auf die Wahrnehmung und die Kommunikation.
Im großen Sitzungssaal des Kreishauses sitzt das Publikum auf zwei 24 m langen Stuhlreihen einander gegenüber. Im ca. 80 cm breiten Freiraum in der Mitte des so geschaffenen Korridors agieren die Performerinnen. Die Zuschauer*innen sind den Performerinnen so nahe gerückt, dass sie einander berühren können. Und sie sehen die Performerinnen in bis zu 24 m weiter Distanz am Ende des Korridors.
Die vier Perfomerinnen wenden sich einzelnen Personen im Publikum zu oder begegnen einander, musikalisch und tänzerisch improvisierend. Die Zuschauer*innen erleben Kontakt sowohl persönlich als auch aus der beobachtenden Position.
Wie gehen alle Beteiligten mit der ungewohnten Nähe um, was für Strategien, innere Einstellungen werden gewählt? Wird die Nähe als erwünscht oder als aufgezwungen erlebt? Ist es teilnehmende Beobachtung oder Voyeurismus? Wie werden die unterschiedlichen Energien und Eindrücke wahrgenommen und vermittelt?
Wahren wir Distanz oder verschieben wir unsere innere Grenze und es entsteht etwas zwischen Perfomerinnen und Publikum und zwischen den Zuschauer*innen untereinander? Wie nehmen wir das Geschehen über die Distanz oder in der Nähe wahr? Was bildet sich zischen den nebeneinander und gegenüber sitzenden Zuschauenden? Was ist erlaubt, gewünscht, verboten? Das Publikum und wir müssen uns auseinandersetzen mit unseren persönlichen Grenzen, Nähe und Distanz betreffend.
Man kann auch sagen, dass mit dem Zusammenstauchen des Raumes so manches durcheinander kommt. Gefühle und Gedanken werden aufgewirbelt. Im sicheren Bereich einer respektvollen Situation.



